Ganglion
Ganglion - was ist das?
Ein Ganglion - bekannter als "Überbein" - entsteht aus einer Zyste im
Bereich der Gelenkkapsel, die über einen längeren Zeitraum degeneriert. Die
Gelenkflüssigkeit wird immer dicker (visköser), bis schließlich ein
prall-elastischer, zur Unterlage nicht verschieblicher Tumor entstanden ist.
Bevorzugte Bereiche sind die Handwurzel, die Kniekehle und der Fußrücken.
Wegen der Korrespondenz und der Nähe zur Gelenkkapsel und benachbarten
Strukturen (Sehnen, Nerven) wird das Ganglion oft als störend empfunden. Mit
zunehmender Größe übt es Druck auf seine Umgebung aus. Es kann zu
Bewegungseinschränkungen und Gefühlsstörungen führen. Bei bestimmten
Gelenkstellungen tritt es besonders hervor. Prinzipiell ist es ein
gutartiger Tumor, muss also nicht zwingend entfernt werden. Aber sobald
Einschränkungen vorliegen, Schmerzen oder eine Entzündung auftreten, wird
als Therapie die Extirpation (vollständige Entfernung) empfohlen. Alle
anderen Therapien sind wenig Erfolg versprechend. Ruhigstellung ist nur
sinnvoll, wenn eine Entzündung vorliegt, um diese vor einer Operation
abklingen zu lassen.
Früher wurden Ganglien mit brachialer Gewalt zertrümmert. Sie platzen auf
und entleeren ihren Inhalt in die Umgebung, für einen kurzen Zeitraum ist
das störende Gefühl dann behoben, aber, da die Hülle weiter existiert, ist
es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich wieder erneut gefüllt hat. Je älter
das Ganglion ist, desto fester ist sein Inhalt und desto schmerzhafter und
aussichtsloser ist die Zertrümmerung. Die Gefahr, in der Umgebung Schaden
anzurichten, ist sehr groß. Eine Punktion ist prinzipiell nur bei Ganglien
mit flüssigem Inhalt durchführbar, schafft aber auch nur für kurze Zeit
Erleichterung, da sie sich schnell wieder füllen.
Daher ist die einzig dauerhaft wirksame Therapie die vollständige Entferung
(Extirpation), hierbei wird auch die Kapsel entfernt. Selbst bei dieser
Methode besteht noch eine Rezidivrate von ca. 25%.
Außerdem haben Patienten, die einmal ein Ganglion hatten, ein höheres
Risiko, weitere Ganglien zu entwickeln. Es liegt eine Bindegewebsschwäche
und somit eine Neigung zu solchen Aussackungen der Gelenkkapseln vor.
Differenzialdiagnostisch müssen andere - auch maligne - Tumoren des
Sehnengewebes ausgeschlossen werden: z.B. Fibroblastom, Lipom, Hämangiom,
Liposarkom, Hygrom, Synovialom
Ganglion ist auch die Bezeichnung für eine Ansammlung von Nervenbahnen
("Nervenknoten"). Diese sind von einer Kapsel umgeben. An diesen Stellen
sind die Nerven verdickt, da hier die Nervenkörper liegen und von einer
Nervenbahn auf die nächste umgeschaltet wird. Diese Ganglien sind entlang
aller Nervenbahnen verteilt und durchziehen das gesamte Nervengeflecht
unseres Körpers.
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