Gallensteine
Gallensteine sind kristallisierte, feste Ausfallprodukte der Galle. Das
Auftreten eines oder meherer Gallensteine wird als Gallensteinleiden
(Colelithiasis) bezeichnet. Zu einer Steinbildung kommt es in der Regel bei
einem Ungleichgewicht der löslichen Stoffe, der in der Leber gebildeten
Gallenflüssigkeit, welches von einer Entzündung oder einer Behinderung des
Gallenflusses begleitet wird.
Wenn es zu einem Ungleichgewicht von Gallensäuren und Lezithin einerseits
und Calciumcarbonat oder Bilirubin andererseits kommt, entstehen Calcium
bzw. Bilirubinsteine, auch Pigmentsteine genannt. Bei einem Überschuss von
Cholesterin und einem Unterangebot von Gallensäuren entstehen
Cholesterinsteine.
Die Entstehung von Gallensteinen kann verschiedene Gründe haben.
Dazu zählen u.a.:
Schwangerschaft, Diabetes melitus, ein überhöhter Cholesterinspiegel
(Hypercholesterinämie), Störungen der Nebenschilddrüsen
(Hyperparathyreodismus), die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn,
fettreiche Ernährung, Fettsucht (Adipositas), chronische Verstopfungen
(Obstipation), Bewegungsmangel, Gelbsucht und schnelle Gewichtsabnahme bei
extrem fettarmer Ernährung.
Hinzu kommt die so genannte „5F-Regel“: Frau (female), älter als 40
(forty), mehere Kinder (fertile), Übergewicht (fat), und helles Haar
(nordischer Typ, fair).
Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. So treten Gallensteine
oftmals gehäuft innerhalb einer Familie auf, sodass von einer erblich
bedingten Anfälligkeit ausgegangen werden kann. Die genauen Gründe, die dazu
führen, sind noch unbekannt.
Bei Menschen mit einer genetisch bedingten Fettstoffwechselstörung, bei
denen der Körper neben dem in der Nahrung enthaltenen Cholesterin, zuviel
eigenes Cholesterin bildet, erhöht sich das Risiko Gallensteine zu bekommen.
Frauen sind dreimal so hoch betroffen wie Männer. Mit der Anzahl der
Schwangerschaften, steigt bei ihnen auch das Risiko, Gallensteine zu
bekommen.
Die Häufigkeit von Gallensteinen steigt mit dem höheren Lebensalter. Ca. 50
Prozent der über 70jährigen Frauen sind von Gallensteinen betroffen.
Doch nur etwa 25 Prozent der Personen, die von Gallensteinen betroffen sind,
bekommen Beschwerden und müssen behandelt werden. Dies ist meist dann der
Fall, wenn sich die Gallensteine einklemmen und den Abfluss der Galle
behindern. Dann entstehen Gallenkoliken, die besonders nach fettreichem
Essen oder in der Nacht durch Gallenblasenkontraktionen auftreten. Dabei
kommt es zu starken Schmerzen im rechten Oberbauch, die auch in den Rücken
oder in die rechte Schulter ausstrahlen können.
Zu den weiteren Symptomen zählen:
Druckschmerz im rechten Oberbauch, Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen,
Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, Gelbsucht, erhöhte Leberwerte sowie eine
bräunliche Verfärbung des Urins und heller Stuhlgang.
Treten durch die Gallensteine häufiger Koliken auf, muss eine Behandlung
erfolgen. Die Standardtherapie bei Gallensteinen ist die Entfernung der
Gallenblase (Cholezystektomie), die zumeist durch eine Laparoskopie
(Bauchspiegelung), mit Hilfe eines Endoskops durchgeführt wird. Dadurch
bleibt der Eingriff räumlich begrenzt. Wird die Gallenblase entfernt, heilt
die Erkrankung in der Regel vollständig aus. Eine vorbeugene Entfernung der
Gallenblase wird jedoch nicht empfohlen.
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